Hormuz öffnet sich wieder, wenn Investoren Kriegskosten senken


US-iranisches Abkommen treibt Ölpreis unter 80 USD, China reduziert Ölraffinerieproduktion stark

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran über die Wiederöffnung der Hormuz-Straße und die Aufhebung der Seeblockade hat den Ölpreis unter 80 USD pro Barrel gedrückt, obwohl Risiken bestehen, wenn die Spannungen im Libanon eskalieren. Gleichzeitig hat China die Ölraffinerieproduktion stark reduziert, was einen der signifikantesten Fälle von Nachfragedestruktion nach dem US-iranischen Konflikt darstellt.



Auswirkungen des US-iranischen Abkommens auf den Ölmarkt

Das US-iranische Abkommen über die sofortige Öffnung der Hormuz-Straße und die Aufhebung der US-Seekriegsblockade gegen den Iran wurde von Präsident Trump, Vizepräsident Vance und dem iranischen Parlamentspräsidenten Qalibaf unterzeichnet, was dazu führte, dass die Brent-Zukunftskurse unter 80 USD pro fielen - der niedrigste Stand seit über 4 Monaten.



Der Markt könnte jedoch umkippen, wenn es zu einem weiteren israelischen Angriff auf den Libanon kommt. Andernfalls könnte der Ölmarkt sich letztlich vom Konflikt entfernen und "freien Lauf lassen".



IndikatorVor dem AbkommenNach dem AbkommenVeränderung
Brent-Ölpreis (USD/Barrel)> 80< 80Deutlicher Rückgang
ZeitraumÜber 4 MonateAktuellNeuer Tiefststand

Auf dem G7-Gipfel in Frankreich erklärte Präsident Trump, dass die USA nicht in den Iran investieren würden als Teil des vorläufigen Friedensabkommens, aber er sagte, es könnte nach Abschluss des vollständigen Friedensabkommens "große Möglichkeiten" im Iran geben.



China reduziert Ölraffinerieproduktion stark

China hat einen starken Rückgang der Ölraffinerieproduktion um 9,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 12,7 Millionen Barrel pro Tag verzeichnet, wie Daten der nationalen Statistikbehörde des Landes zeigen. Dies ist einer der signifikantesten Fälle von Nachfragedestruktion nach dem US-iranischen Konflikt.



Die Raffinerieproduktion in China fiel auf den niedrigsten Stand seit April 2022, aufgrund negativer Raffineriemargen und andauernder Exportverbote für Produkte, obwohl Peking letztes Woche neue Exporte von Produkten gefördert hat.



IndikatorWertVergleich
Ölraffinerieproduktion12,7 Millionen Barrel/TagRückgang um 9,1 % gegenüber Vorjahr
Meeresimporte von Rohöl6 Millionen Barrel/TagRückgang um 600.000 Barrel/Tag gegenüber Vormonat
Rohölbestände1,3 Milliarden BarrelRückgang um 20 Millionen Barrel gegenüber vor 2 Monaten

Die Meeresimporte von Rohöl Chinas im Juni zeigen, dass der mehrjährige Tiefststand im Mai möglicherweise noch nicht das Ende ist, da der Ölfluss zu chinesischen Häfen um weitere 600.000 Barrel/Tag gegenüber dem Vormonat auf 6 Millionen Barrel/Tag zurückging.



Wenngleich die Geschwindigkeit relativ langsam ist, hat China schließlich begonnen, die gewaltigen Rohölbestände von 1,3 Milliarden Barrel zu reduzieren, wobei Daten von Kpler zeigen, dass die aktuellen Bestände um etwa 20 Millionen Barrel niedriger sind als vor zwei Monaten.



Parallel dazu sind die Einzelhandelsumsätze in China zum ersten Mal seit der COVID-19-Pandemie gesunken, um 0,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, was zeigt, dass die chinesischen Verbraucher bei Energiepreiserhöhungen empfindlich auf Ausgaben reagieren.



Marktbewegungen: Nachrichten von Öl- und Energieunternehmen

Entwicklungen in den USA

Das US-LNG-Unternehmen Venture Global (NYSE:VG) hat bei der US-Energiekommission einen Antrag auf Erweiterung um 11,7 Millionen Tonnen/Jahr an der Anlage Calcasieu Pass 2 mit einer Kapazität von 28 Millionen Tonnen/Jahr in Louisiana eingereicht.



Das US-Ölunternehmen Chevron (NYSE:CVX) hat eine Vereinbarung mit Helleniq Energy getroffen, um 70 % der Anteile an den Offshore-Hydrocarbon-Blöcken 10 Griechenlands westlich der Peloponnes zu kaufen.



Die in strategischen Ölreserven der USA gelagerte Ölmenge ist auf den niedrigsten Stand seit 1983 gesunken und erreichte am 12. Juni 340,2 Millionen Barrel, was für das Weiße Haus schwierig ist, da es 88 Millionen Barrel mehr im Haushaltszeitraum 2028-2031 verkaufen muss.



Entwicklungen in Europa

Das norwegische Öl- und Gasunternehmen Naftogaz hat sich verpflichtet, Aktienrückkäufe zu verdoppeln, dank ungewöhnlicher Gewinne aus dem US-iranischen Konflikt, und erhöhte sie von den im Februar prognostizierten 1,5 Milliarden USD auf ein Ziel von 3 Milliarden USD bis 2026.



Türkei hat gewarnt, dass sie die Kirkuk-Ceyhan-Pipeline nicht verlängern möchte, die kurdisches Öl ins Mittelmeer transportiert, unter den gegenwärtigen Bedingungen, da ihre Bedingungen in Schiedsverfahren überführt wurden, wobei der Vertrag am 27. Juli ausläuft.



Entwicklungen im Nahen Osten und Afrika

Das libysche staatliche Ölunternehmen hat drei Upstream-Vereinbarungen mit dem spanischen Repsol (NYSE:REP) und dem italienischen ENI (NYSE:ENI) abgeschlossen, die die Exploration im Offshore-Block 07 sowie die Onshore-Blöcke 01 und 07 fördern.



Das staatliche Ölunternehmen der VAE ADNOC hat im Juni mindestens 30 Millionen Barrel Rohöl im Spotgeschäft an asiatische Raffinerien und Händler verkauft, was das Angebot des Nahen Ostens zu einem Zeitpunkt erhöhte, als die Golfölfässer wieder blockiert waren, was zu regionalen Ölüberläufen führte.



Entwicklungen in Asien-Pazifik

Das ungarische staatliche Ölunternehmen MOL (NYSE:MOL) hat bekannt gegeben, dass es mit Serbien vereinbart hat, das serbische staatliche Ölunternehmen NIS zu kaufen, und eine 15-tägige Verlängerung der Genehmigung von OFAC erhalten hat, um den Deal mit dem russischen Gazprom Neft abzuschließen.



Australiens führendes Öl- und Gasunternehmen Woodside (ASX:WDS) hat erklärt, dass es keine Angebote bezüglich des amerikanischen Ölriesen ExxonMobil (NYSE:XOM) kenne, nachdem Gerüchte zu verbreiten begannen, dass es ein potenzielles Übernahmeziel des in Texas ansässigen Konzerns sein könnte.



Die japanische Regierung bewertet die physischen Auswirkungen des laufenden Streiks bei Ichthys LNG, der die Exporte aus dem australischen LNG-Werk lahmlegen könnte, nachdem ein Gericht den Antrag von Inpex abgelehnt hatte, den Streik der Arbeiter zu blockieren, der bis zum 6. Juli verlängert wurde.



Weitere Nachrichten zum Öl- und Energiesektor

Kohle und Energie

Die chinesische Kohleproduktion ist um 1,7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 397,22 Millionen Metrische Tonnen gesunken, aufgrund weitreichender Sicherheitsmaßnahmen nach dem Unglück vom 22. Mai im Liushenyu-Kohlebergwerk, bei dem 82 Bergleute getötet wurden.



QatarEnergy hat seine Bereitschaft erklärt, die LNG-Produktion am Ras Laffan LNG-Werk wieder aufzunehmen, und angegeben, dass es bei den nicht durch iranische Drohnenangriffe beschädigten Schiffen - 12/14 - im nächsten Monat die volle Kapazität erreichen könnte.



Luftfahrt und Kraftstoff

Großbritannien erwartet bald den ersten indischen Flugzeugkraftstofftanker seit Januar, entsprechend der Entscheidung der Regierung im Mai, das Verbot vorübergehend aufzuheben, das auf in Russland hergestelltem Öl basierenden Kraftstoffen, mit dem Tanker Solo, der 500.000 Barrel Kerosin aus der Raffinerie Jamnagar von Reliance transportiert.



Die indische Regierung hat die Exportabgaben für Zwischenprodukte erhöht, trotz der Hoffnung auf die Wiederöffnung der Hormuz-Straße, und sie auf 24 USD/Barrel für Diesel und 21 USD/Barrel für Flugzeugkraftstoff angehoben, da die Nachfrage nach Transportkraftstoff im Land weiter steigt.



Erdgas und Metalle

Die Erdgaspreise im texanischen Waha-Zentrum sind seit Anfang Februar 2026 wieder positiv geworden, als die Kühlungsnachfrage stieg und die Frühjahrs-Pipeline-Wartungsarbeiten sie auf 0,42 USD/MMBtu trieb.



Aluminium ist auf einen 2-Monatstiefstand gefallen nach der Nachricht des vorläufigen US-iranischen Abkommens, wobei der 3-Monats-Standard-LME-Vertrag um 5 % auf 3.350 USD/Metrische Tonne fiel, als Aluminium aus Bahrain und VAE wieder den globalen Markt erreichen könnte.



Marktprognosen

Die globalen Banken haben sofort auf die Aussicht eines US-iranischen Friedensabkommens reagiert, als Goldman Sachs jetzt Brent für das Q4/2026 mit 80 USD/Barrel erwartet, 10 USD/Barrel weniger als die vorherige Prognose, eine Vorhersage, die Morgan Stanley spiegelt.



BankBrent-Preisprognose Q4/2026Änderung gegenüber vorher
Goldman Sachs80 USD/BarrelRückgang um 10 USD/Barrel
Morgan Stanley80 USD/BarrelÄhnlicher Rückgang

Export und Produktion

Der durchschnittliche 4-Wochen-Export von Seerohöl Russlands ist auf 3,83 Millionen Barrel/Tag gestiegen, die höchste Rate dieses Jahres, da die Ukraine im Juni dieses Jahres 6 Raffinerien angegriffen hat, was mehr Öl zu den Ölexportterminals des Landes trieb.



Die Schwierigkeiten bei den Raffinerien haben die russischen Exporte auf einem Rekordniveau gehalten, wobei der durchschnittliche 4-Wochen-Export von Seerohöl Russlands auf 3,83 Millionen Barrel/Tag gestiegen ist, die höchste Rate dieses Jahres.



Fazit

Das US-iranische Abkommen über die Wiederöffnung der Hormuz-Straße und die Aufhebung der Seekriegsblockade hat bedeutende Veränderungen auf dem globalen Energiemarkt bewirkt. Der Rückgang des Ölpreises unter 80 USD/Barrel und die starke Reduzierung der Ölraffinerieproduktion in China formen das globale Energieszenario neu.



Der Markt bleibt jedoch vielen Risiken ausgesetzt, einschließlich der eskalierenden Spannungen im Libanon, Energiesicherheitsproblemen und Unsicherheiten bei der Verbrauchernachfrage. Die Energieunternehmen weltweit passen weiterhin ihre Strategien an, um sich an diese neue Situation anzupassen.



Die Entwicklung neuer Energieprojekte, von LNG in den USA bis zu Explorationsvereinbarungen in Afrika und Asien, zeigt, dass der globale Energiemarktorientierung in einer tiefgreifenden Umstrukturierung befindet, die die Zukunft der Energiebranche für viele Jahre prägen könnte.