China Erweitert Exportkontrollen für Japan
Am Montag hat China seine Exportkontrollliste für Japan um 20 weitere Unternehmen erweitert, darunter Einheiten von Mitsubishi Electric, Mitsubishi Heavy Industries und Komatsu. Diese Maßnahme schwächt das Argument Pekings, dass Tokyo keine Alternative habe, und verschärft die bereits angespannten Handelsbeziehungen zwischen den beiden asiatischen Wirtschaftsmächten.
Drei Tage zuvor hatte Kanada seine bislang größte Handelsmission nach Japan abgeschlossen, mit einem klaren Ziel: den Aufbau wichtiger Mineralienlieferketten. Rund 300 Delegierte von fast 175 kanadischen Unternehmen und Organisationen reisten nach Tokio, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Handelsminister Maninder Sidhu erklärte, Kanada und Japan verhandelten derzeit über gemeinsame Bergbauprojekte, Übernahmeverträge und sogar gemeinsame Lagerbestände für Mineralien wie Graphit und Gallium. "Wir bieten Japan die Chance auf eine intensivere Zusammenarbeit mit Kanada", so Sidhu.
Handelsabkommen und wirtschaftliche Auswirkungen
Ein konkretes Beispiel für diese Zusammenarbeit ist das Abkommen zwischen Nouveau Monde Graphite und Panasonic Energy, das eine langfristige Lieferung von Anodenmaterialien aus Quebecs NMG-Projekt an Panasonics Batterieproduktion sicherstellt. Im vergangenen Herbst hatten beide Unternehmen dieses Abkommen ausgeweitet, um die gesamte zukünftige Produktionsphase 2 von NMG einzubeziehen. Dies zeigt, wie weit japanische Hersteller gehen, um eine unabhängige Versorgung mit Graphit außerhalb Chinas sicherzustellen.
| Information | Wert |
|---|---|
| Wert der Abkommen während der kanadischen Handelsmission | Über 1 Mrd. CAD (705 Mio. USD) |
| Gesamtwert der Handelsabkommen in der Woche | Über 1,7 Mrd. USD |
Warum Japan zuhören sollte
Japan hat triftige Gründe, Kanadas Angebot ernst zu nehmen. Das Land hat seine Abhängigkeit von chinesischen seltenen Erden von fast 90% auf etwa 58% reduziert, bleibt jedoch anfällig für chinesischen Druck. China hat diese Strategie bereits einmal angewendet: 2010 unterbrach Peking infolge eines Territorialstreits um die Senkaku-Inseln vorübergehend die Lieferungen seltener Erden nach Japan.
Der aktuelle Konflikt wurzelt in einem Kommentar von Premierministerin Sanae Takaichi im November, wonach ein chinesischer Angriff auf Taiwan eine militärische Reaktion Japans auslösen könnte. Diese Position verärgerte Peking und führte zu einer langsamen Vergeltungsmaßnahme in Form der neuen Exportkontrollen.
Energie- und Technologiekooperation
Auch im Energiesektor bietet Kanada Japan Kooperationsmöglichkeiten. Sidhu erwähnte Gespräche über die Ausweitung der Partnerschaft mit Mitsubishi, das mit 15% am kanadischen LNG-Werk in Kitimat beteiligt ist, um mehr Erdgas nach Japan zu liefern. Diese Gespräche werden jedoch für Mitsubishi zunehmend heikel, da seine Tochterfirmen nun auf der neuen chinesischen Schwarzenliste stehen.
Geopolitische Perspektiven und Zukunftsaussichten
Die aktuelle diplomatische Lage stärkt Ottawas Position. Die G7-Länder nutzten den Gipfel im Juni in Frankreich, um eine wichtige Mineralienallianz zu initiieren, die sicherstellen soll, dass bis 2030 weniger als 60% der seltenen Erden und Magnete von Nicht-G7-Ländern stammen. Lithium und Nickel wurden als erste Metalle für gemeinsame Lagerbestände ausgewählt.
Dennoch wird sich die Situation nicht über Nacht ändern. China kontrolliert etwa 70% der globalen Raffineriekapazität für die von der Internationalen Energieagentur überwachten Mineralien, und der Aufbau westlicher Alternativen wird Jahrzehnte und erhebliche Investitionen erfordern. Jedes Unternehmen, das China auf seine Exportkontrollliste setzt, gibt Kanada jedoch stärkere Argumente für die Diversifizierung, beginnend mit Ottawa.
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