Asiatische LNG-Preise explodieren um 10% vor dem Risiko von Unterbrechungen in der Straße von Hormuz



Asiatische LNG-Preise explodieren auf höchsten Stand seit März durch Sorgen um Mittleren Osten

Die Preise für Flüssigerdgas (LNG) in Asien sind in der vergangenen Woche um 10% gestiegen und haben damit den höchsten Stand seit März erreicht. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und die nahezu vollständige Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz haben zu Befürchtungen über die Versorgungssicherheit in der weltgrößten LNG-Importregion geführt.



Am Donnerstag erreichten die asiatischen LNG-Marktpreise 20,20 USD/MMBTU (Millionen Britische Wärmeinheiten), wie von Händlern bei Bloomberg berichtet. Dies entspricht einem Anstieg von 10% im Vergleich zur Vorwoche, als die Feindseligkeiten im Nahen Osten wieder aufflammten und das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und Iran kurz vor dem Zusammenbruch zu stehen schien.



Ursachen für den Preisanstieg

Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormuz hat die Erholung der LNG-Lieferungen aus Qatar verlangsamt. Qatar, der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt, hatte erst Ende Juni ein Wiederansteigen der Liefermengen verzeichnet, bevor die jüngste Eskalation die LNG-Exporte aus Katar durch die Straße von Hormuz abrupt beendete.



Die Straße von Hormuz ist eine strategische Verkehrsroute, auf der etwa 20-30% des globalen LNG-Verkehrs abgewickelt werden. Die Unterbrechung hat zu einem erheblichen Schock für den globalen Energiemarkt geführt.



Auswirkungen auf die globalen Märkte

Die Preise für europäisches Erdgas sind ebenfalls in dieser Woche gestiegen, gefolgt von der Eskalation in der Straße von Hormuz, die erneut die LNG-Exporte aus dem Nahen Osten unterbricht.



Die erneute Unterbrechung der LNG-Exporte aus Katar könnte den globalen Markt gerade dann verknappen, wenn Europa bemüht ist, seine Gasspeicher für den kommenden Winter wieder aufzufüllen.



Der europäische Erdgasmarkt bleibt anfällig für Preisvolatilität während der Füllphase, die weitaus schwieriger und teurer werden könnte, um die Ziele vor dem nächsten Winter zu erreichen, da Asien aufgrund der explodierenden asiatischen LNG-Preise den größten Teil des MarktlNGs an sich zieht.



Wettbewerb zwischen Europa und Asien

"Es gibt einen zunehmenden Wettbewerb zwischen Europa und Asien um MarktlNG-Lieferungen. Die jüngsten Hitzewellen in Teilen Europas und Asiens haben die Sorgen zusätzlich verstärkt", schrieben die Rohstoffstratege von ING, Warren Patterson und Ewa Manthey, in einem Bericht vom Donnerstagmorgen.



"Die Gasspeicher der EU sind nur zu 53% gefüllt, verglichen mit einem 5-Jahres-Durchschnitt von 68%, und liegen weit entfernt vom EU-Mindestziel von 75% vor der Heizsaison."



Marktsituation vor dem Winter

Da Asien den Großteil des MarktlNGs an sich zieht, könnte es für Europa schwierig werden, die Ziele für die Gasspeicherfüllung zu erreichen. Hier ist ein Vergleich der Gasspeicherfüllung in der EU:



IndikatorAktuellZiel
Gasspeicherfüllstand53%75%
5-Jahres-Durchschnitt68%-

Darüber hinaus haben Hitzewellen in ganz Europa und Asien den Energiebedarf für die Klimatisierung erhöht, was die Versorgungslücken verschärft und die Preise in die Höhe treibt.



Langfristige Auswirkungen

Der Anstieg der LNG-Preise könnte langfristige Auswirkungen auf energieabhängige Länder haben. Asiatische Länder, die bereits mit hohen Energiekosten konfrontiert sind, könnten im kommenden Winter mit einem größeren finanziellen Druck konfrontiert sein.



In Europa könnte die Abhängigkeit von LNG-Importen die Bemühungen verstärken, erneuerbare Energien auszubauen und die Energieversorgung zu diversifizieren, um zukünftige geopolitische Risiken zu minimieren.



Ein Energiechef eines asiatischen Unternehmens sagte: "Wir beobachten die Situation in der Straße von Hormuz sehr genau. Jede längere Unterbrechung würde sich erheblich auf die globale Energielieferkette und die Preise auswirken."



Fazit

Die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und die Unterbrechung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz haben den globalen LNG-Markt erheblich erschüttert, mit Asien im Mittelpunkt des Preisanstiegs. Während Europa bemüht ist, seine Gasspeicher vor dem Winter wieder aufzufüllen, könnte der Wettbewerb zwischen den beiden Regionen um die MarktlNG-Lieferungen die Energielücken verschärfen und die Preise weiter in die Höhe treiben.



Ein Energiechef eines internationalen Investmentfonds bemerkte: "Der globale Energiemarkt befindet sich in einer extrem sensiblen Phase. Jede Entwicklung im Nahen Osten könnte Wellen im gesamten globalen Energiesystem auslösen."



Unterdessen prognostizieren Analysten, dass die LNG-Preise in den kommenden Monaten stark schwanken könnten, während die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterentwickelt und die globale Energienachfrage auf hohem Niveau bleibt.