US-Benzinpreise steigen nach Scheitern des Waffenstillstandsabkommens mit Iran



US-Benzinpreise steigen nach Scheitern des Waffenstillstandsabkommens mit Iran

Die Benzinpreise in den USA sind seit Mai wieder gestiegen, wobei dieser plötzliche Anstieg direkt mit dem Scheitern des vorübergehenden Waffenstillstandsabkommens zwischen den USA und Iran zusammenhängt. Laut Daten des Amerikanischen Automobilverbands (AAA) betrug der durchschnittliche landesweite Benzinpreis in den USA am Dienstag 3,8590 US-Dollar pro Gallone, ein Anstieg von 3,7900 US-Dollar pro Gallone in der Vorwoche, nachdem das Waffenstillstandsabkommen zusammengebrochen war, was zu neuen militärischen Auseinandersetzungen und Störungen in der wichtigen Hormuz-Straße führte.



Landesweiter Anstieg der Benzinpreise

Laut von GasBuddy zusammengetragenen Daten haben fast 80% der Bundesstaaten Preiserhöhungen im Einzelhandel verzeichnet, was einem ähnlichen Anstieg bei den Rohölpreisen entspricht, die um über 15% im Vergleich zur Vorwoche gestiegen sind.



Patrick De Haan, Leiter der Ölanalyse bei GasBuddy, schrieb am Dienstag: "Obwohl die aktuelle Preissteigerungsgeschwindigkeit wahrscheinlich nicht mit dem vergleichbar ist, was Autofahrer im März und April erlebt haben, werden neue Angriffe der Ukraine auf weitere russische Raffinerien nur den Druck erhöhen und die Versorgung mit raffinierten Produkten angespannt halten, selbst wenn die Situation weiterhin unbeständig bleibt."



Auswirkungen des USA-Iran-Konflikts

Zerfall des USA-Iran-Waffenstillstandsabkommens hat eines der größten Ölversorgungsrisiken der Welt wieder geöffnet. US-Streitkräfte haben Radarstationen, Luftabwehrsysteme und Ziele der iranischen Revolutionsgarden angegriffen, während Präsident Donald Trump eine erneute Seeblockade gegen iranische Schiffe verhängte und eine Gebühr für die Durchfahrt durch die Hormuz-Straße forderte.



Iran reagierte mit Angriffen auf US-verbundene Militäranlagen in Bahrain, Kuwait, Oman und drei weiteren Ländern. Die Kampfhandlungen haben den kommerziellen Schiffsverkehr durch die Hormuz-Straße erheblich reduziert, wobei maritime Geheimdienstberichte einen Rückgang des Schiffsverkehrs um etwa 50% zeigen, was neue Besorgnisse über den Ölstrom und die LNG-Transporte durch die wichtigste Energiengasse der Welt auslöst.



Doppelter Druck auf die globale Energieversorgung

Die globale Energieversorgung steht unter Druck von zwei Seiten. Während der Konflikt im Nahen Osten wieder aufflammte, setzte die Ukraine ihre Kampagne gegen die russische Energieinfrastruktur fort und beschädigte Raffinerien, Kraftstofflager und Ölhäfen.



Letzte Woche verhängte Russland ein Exportverbot für Diesel, um den zusammenbrechenden heimischen Kraftstoffmarkt zu stabilisieren, nachdem systematische Angriffe mit Drohnen der Ukraine ihre Raffinerien zerstört hatten. Ukrainische Streitkräfte haben die russische Luftabwehr durchbrochen, um strategische Ziele lahmzulegen, wobei jüngste Drohnenangriffe große Öldepots und Verarbeitungsanlagen in Twer, Stawropol, Bataysk und Ufa beschädigt haben. Unabhängige Energieanalysten schätzen, dass diese Angriffe etwa ein Drittel der russischen Raffineriekapazität außer Betrieb gesetzt haben.



Benin- und Ölpreisdaten

IndikatorAktueller PreisIm Vergleich zur VorwocheÄnderungsrate
Durchschnittlicher Benzinpreis in den USA3,8590 US-Dollar/Gallone+0,0690 US-Dollar+1,8%
RohölpreisNicht veröffentlicht+15%+15,0%
Anteil der Bundesstaaten mit steigenden Benzinpreisen80%Keine DatenKeine Daten

Ausblick

Energieexperten warnen, dass die Situation weiterhin sehr unbeständig ist und dass beide Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine in den kommenden Wochen weiterhin Druck auf die Energiepreise ausüben könnten. Analysten prognostizieren, dass die Preise weiter steigen könnten, aber möglicherweise nicht in dem Ausmaß wie bei früheren Preisanstiegen.



Die Störungen im Schiffsverkehr durch die Hormuz-Straße – durch die ein Großteil des Weltöls transportiert wird – könnten langfristigere Auswirkungen haben, wenn die militärische Eskalation weitergeht. Ebenso könnten die ukrainischen Operationen gegen die russische Energieinfrastruktur die russische Produktionskapazität weiter reduzieren und die globale Versorgung beeinträchtigen.



Verbraucher und von Kraftstoff abhängige Branchen sollten sich auf Preisschwankungen in der Zukunft einstellen, während die geopolitischen Ereignisse den globalen Energiemarket weiterhin formen.



Die engmaschige Beobachtung der politischen und militärischen Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine wird der Schlüssel sein, um die Energiereisentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten vorherzusagen.